Vereinsgeschichte

Die Geschichte des Bosselvereins Ditmarsia Marne Im Jahre 1895 taten sich angesehene Bürger, Kaufleute und Handwerker zusammen, um zu üben und zu Kämpfen anzutreten. Sie gründeten den Bosselverein Ditmarsia. Als Vereinslokal wurde die „Tonhalle“ in Marne gewählt. Bis 1905 weist kein Protokoll etwas über die Vereinsgeschichte und Vereinsstärke aus. Geführt wurde zwar ein Protokoll, es ging aber verloren. Dieser Verlust hängt mit einem sehr bewegten Stück Vereinsgeschichte zusammen, das sich aber nicht mehr entwirren lässt. Mit Schriftführer Carl Stegemann hatten die übrigen Vorstandsmitglieder eine Meinungsverschiedenheit, die zum Bruch führte. Carl zeigte sich „dreeshaarig“ und behielt das Protokollbuch ein.  So beginnt für uns nachweisbar die Vereinsgeschichte mit dem 2. Protokollbuch, das mit der Hauptversammlung vom 13. August 1905 anfängt. Aus diesem Protokollbuch geht hervor, das Johann Jens, Johann Voigt, Carl Stegemann, Peter Baus, Hermann Friedrichs, Hinnerk Johann Peters, Moritz Pflueg  u.a.m. den Verein 1895 gegründet haben. Bewegt wurde der Bosselverein Ditmarsia auch von der Mitteilung, die Hermann Peters in der Versammlung am 13. August machte. Es habe sich im Kirchspiel – Südteil ein Zweigverein gegründet.  Nun, heutzutage wäre man froh, wenn jede Marner Landgemeinde ihren Bosselverein aus der Taufe heben würde. In jedem Dorf des Kirchspiels saß der Vertrauensmann, der seine Werfer zu Übungsabenden und zu den großen Feldkämpfen mit je 51 Mann auf beiden Seiten zusammentrommelte. Doch damals war es für die jungen Leute Ehrensache, möglichst weit zu werfen und dadurch den Mädchen zu imponieren. Nur einige Namen mögen genannt sein, wo die Ditmarsen aus Marne stritten: Husum, Wesselburen, Friedrichstadt, Lunden, Heide, Altona, Kiel, Witzwort und Büsum. Dazu gehören selbstverständlich auch alle Ortschaften der näheren Umgebung. 1913 konnten die Marner voller Stolz die Husumer mit 60 Mann herausfordern. Wenn man in den alten Protokollen ließt, fällt eines auf: Soziale Unterschiede hat es in unserem Bosselverein damals wie heute nie gegeben. Ja wir müssen feststellen, dass gerade der Mittelstand, die selbstständigen Geschäftsleute und Handwerker, aber auch die Bauern des Kirchspiels es als Ehre empfanden, aktiv mitzumachen oder zumindest das Bosseln zu fördern. 1914 gab es vom Kreis Mittel für die Jugendförderung, die „Alte Marner Sparkasse“ stiftete 50 Goldmark, Preisbosseln im Kirchspiel waren angesetzt, und mit den Vereinen Hemmingstedt, Brunsbüttel, Büsum und Heide waren Feldkämpfe abgemacht. Da unterbrach der 1. Weltkrieg die erfolgreiche Bosseltätigkeit in Marne. Als am 11 Februar 1919 die Bosselbrüder erstmalig wieder zusammentraten, hielt der 1. Vorsitzende Johannes Wohlenberg eine Gedenkrede für die gefallenen Bosselbrüder: August Claußen, August Hamester, Otto Frauen, Johann Paarmann, Reimer Kühl, Fritz Söhl, Peter Scharfenberg, Hermann Hanßen und Rudolf Bünz. Der Bosselbetrieb wurde wieder aufgenommen und trieb schnell wieder einen neuen Höhepunkt zu. 1920 konnte das 25. jährige Bestehen gefeiert werden. Aus Kiel und Altona und aus dem übrigen Dithmarschen kamen die Boßler nach Marne. Mit beginnender Weltwirtschaftskrise ging es auch mit dem Verein zurück. Das Interesse der Aktiven nahm ab, rückständige Mitgliedsbeiträge führten sogar dazu, dass der Verein nicht mehr dem Unterverband angehören konnte. Von 1933 ruhte jeder aktive Betrieb. Es dauerte volle 15 Jahre, bis sich die Bosselfreunde von neuem fanden. Am 25. Januar 1948 folgten 32 Männer der neuen Einladung. Peter Kölln aus Darenwurth stellte die entscheidende Frage, ob der Verein neu erstehen solle, oder aber der Sport ohne organisatorischen Zusammenschluss gepflegt werden soll. Einhelligkeit bestand darin, an die alte Tradition anzuknüpfen. Es waren besonders die alten Boßler, die durch namhafte Geldspenden den ersten Fundus schufen. Mit 49 Mann wurde der Verein als Ditmarsia Marne von 1895 eingetragen und beim Unterverband angemeldet. Recht bedrückend lastete über dieser Zusammenkunft der Verlust einiger goldener Siegestrophäen und der Vereinsfahne. Es wurde eine neue Fahne angeschafft und Rudolf Baus wurde 1. Fahnenträger. Die verschwundenen Bosselkugeln, mit dem Datum der jeweiligen erfolgreichen Feldkämpfe und den Namen des Vereins beschriftet, dürfen sich heute als Souvenirs irgendwo in Europa befinden. Altona, Lunden und St. Michaelisdonn waren die ersten Gegner nach dem Krieg. Die Vorsitzende vom Bosselverein Ditmarsia Marne 1895 – 1905 Moritz Pflueg 1905 – 1906 Johannes Voigt 1906 – 1909 Hermann Friedrichs 1909 – 1911 Johannes Voigt 1911 – 1919Johann Wohlenberg 1919 – 1923 J. F. Haack 1923 – 1926 Heinrich Peters 1926 – 1930 Johann Jens 1930 – 1933 Fritz Thomßen 1933 – 1948 ruhte die Vereinstätigkeit 1948 – 1950 Peter Kölln In der Jahreshauptversammlung 1950 wurde Karl Drews zum 1. Vorsitzenden gewählt. Georg Greve wurde Schriftführer und Fritz Numsen  2. Vorsitzender.Im Jahr 1956 wurde Otto Peters zum Vorsitzenden gewählt. Walter Rolfs wurde 2. Vorsitzender. 1965 war Ditmarsia anlässlich des 70 jährigen Bestehen Ausrichter des Unterverbandsfestes. Auf dieser Veranstaltung wurde die neue Vereinsfahne vom Unterverbandsvorsitzenden Jochen Junge geweiht. Der alte Fahnenträger Rudolf Baus übergab dann seinem Nachfolger Werner Osnabrügge die „Neue Fahne“. Dem Entwerfer des Fahnenbildes, Malermeister Hans Timm, und dem Stifter des neuen Fahnenschaftes, Zimmerermeister Fritz Numsen, wurde herzlich gedankt. Elfriede Rolfs, Ehefrau des 2. Vorsitzenden bekam einen Präsentkorb überreicht für das Aussticken des Fahnenbildes. Jetzt zeigten sich erste Erfolge der Jugendarbeit. 1966 wurde die Jugendmannschaft Sieger beim Karl – Tagge – Wanderschild Bosseln in der Altersgruppe bis 15 Jahre, mit folgenden Aktiven: Kurt Södergreen, Uwe Pfeil, Klaus Schwark, Jürgen Petersen, Johann Nickels und Henning Numsen. Im Jahr 1967 löste Fritz Numsen Otto Peters als Vorsitzenden ab. Werner Osnabrügge wurde Sport- und Jugendwart. Eine gute Unterstützung erhielt er von Heinz Nadrowski und Wolfgang Holzke. Dieses Engagement trägt immer noch Früchte. In dieser Zeit wurde auch schon mal ein Kameradschaftsabend gefeiert. Aus diesem Abend wurde später der Bosselball. Um den Bosselverein „Ditmarsia“ noch mehr in den Heimatzeitungen, Marner Zeitung und Dithmarscher Zeitung, zu präsentieren, wurde ein Pressewart gewählt. Von 1974 bis 1977 war Wilhelm Christensen und danach Karl – Heinz Göbbert für die Berichterstattung zuständig. Vom 21. bis 23. Mai 1977 fanden in Cork (Irland ) die 5. Europameisterschaften im Klootschießen und Boßeln statt. Vom Boßelverein  Ditmarsia hatte sich der Spitzenboßler  Claus Schwark für die  10 köpfige Mannschaft des VSHB qualifiziert. Claus warf in der Ausscheidung 248,00 m. In Irland konnte er dann einen guten 17. Platz unter 50. Teilnehmern erringen.  238,72 m , mit79,73 m als Höchstwurf, konnte er zum Mannschaftsergebnis der Schleswig-Holsteiner beitragen. Eine Klasse Leistung !!!! Nach 13 Jahren,1979, gab Fritz Numsen sein Amt als 1. Vorsitzender ab und als Nachfolger wurde Walter Rolfs gewählt. Fritz Numsen wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Den 2. Vorsitz übernahm Henning Numsen. Im Jahr 1984 musste der Bosselverein „Ditmarsia“ von seinem Ehrenvorsitzenden Fritz Numsen Abschied nehmen. 1985 feierte der Verein sein 90 jähriges Bestehen mit dem Hauptverbandsfest. Nach Marne kamen über 500 Boßler. Mit der Neufelder Schützenkapelle voran, zogen die Boßler von der Tonhalle nach Fahrstedt zu den Wettkampfstätten. Bei Temperaturen von unter 10° Minus froren die Musikinstrumente der Bläser ein. Dies war der letzte Ausmarsch von Aktiven zu den Wettkampfstätten. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg. 1987 präsentierte sich die Jugend mit tollen Leistungen, herausragend der Gewinn des Karl – Tagge – Wanderschild in der Altersklasse 15 – 19 Jahre mit den Aktiven: Thomas Holzke, Andreas Osnabrügge und Kai Jans. Wolfgang und Ellen Holzke hatten mittlerweile das Amt des Jugendwartes von Werner Osnabrügge übernommen. Etwa 20 Jungen und Mädchen trainieren von April bis September mit großem Spaß. Zur ersten Marner Messe stellte sich „Ditmarsia“ vor. Wolfgang Holzke hatte einen Bosselstand Originalgetreu im Maßstab 1: 10 nachgebaut. (Heute im Marner Museum zu bestaunen). Mit Schriften, Plakaten und einem Videofilm wurden den Besuchern das Bosselspiel erklärt. Am 08.10.1988 veranstaltete der Unterverband Dithmarschen anlässlich seines 75 jährigen Bestehens ein Pokalbosseln durch. Ditmarsia belegte den 2. Platz. 1992 legt Walter Rolfs das Amt des 1. Vorsitzenden, nach 13 Jahren,  in die Hände von Henning Numsen. Walter Rolfs wird 2. Vorsitzender. 1993 wird auf der Jahreshauptversammlung Enno Junge zum 2. Vorsitzenden gewählt. Walter Rolfs wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Die 3 Jugendlichen Dennis Dobrick, Marc Lorenzen und Oliver Lawin wurden auf dem Hauptverbandsfest Sieger in der Mannschaftswertung 15 – 17 Jahre. Diese Boßler wurden von der Stadt Marne mit dem „Sport – Taler“ geehrt. 1995 100 Jahre Bosselverein „Ditmarsia Marne“. Auf dem Bosselball wurde der Ehrenteller des Unterverbandes vom Vorsitzenden Dieter Peters überreicht. Das Unterverbandsfest wurde von „Ditmarsia“am 10.06 ausgerichtet. Auf dem Sportplatz an der Meldorfer Str. und den danebenliegenden Weiden wurde gebosselt. Erich Holtmeier stellte seine Halle für den Festkommers zur Verfügung. Jeder teilnehmende Verein bekam einen Erinnerungsteller 100 Jahre B.V. Marne geschenkt. Werner Osnabrügge übergibt die Vereinsfahne an den neuen Fahnenträger Erhard Zarrath. 1996 überbrachte Hans Jacobs den Ehrenteller vom Hauptverband auf dem Bosselball. Im Jahr 1997 muss der Bosselverein „Ditmarsia“ von seinem Ehrenvorsitzenden Walter Rolfs Abschied nehmen. 1998 Henning Numsen wird zum 2. Vorsitzender des Unterverbandes gewählt. 2004 Henning Numsen wird zum 1. Vorsitzenden des Unterverbandes gewählt. 2005 Gute Stände und herrliches Sommerwetter fanden die Dithmarscher Boßler zum Unterverbandsfest in Dahrenwurth vor. Der Festkommers wurde in der Helser Sporthalle durchgeführt. Im Jahr 2009 wurde die Deutsche Meisterschaft im Speedway Stadion in Moorwinkel (Ostfriesland) ausgetragen. Der Marner Florian Wolter konnte sich für die Juniorenmannschaft des VSHB qualifizieren. Mit 216,50 m (1.Wurf 58,95 m, 2.Wurf 77,10m,  3. Wurf 80,45m) wurde Florian 5. in der Einzelwertung. Mit Hannes und Jacob Gussmann wurde aber der Meistertitel in der Mannschaftswertung errungen. Ein stolzer Erfolg für Florian und dem B.V. Ditmarsia. Die Geschichte des 114-jährigen Veterans ist reichlich an Erfolgen, aber auch an sportlichen Niederlagen. Wir wollen diese nicht verheimlichen, denn auch anderswo ist stets hervorragend gebosselt worden.Fortsetzung folgt.